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E-Mental-Health auf dem DGPPN-Kongress

dgppn kongress

Ein frischer Wind war während des diesjährigen DGPPN-Kongresses zu spüren. Angeregt durch Bemühungen der DGPPN-Präsidentin, Dr. Iris Hauth, war ‚E-Mental-Health‘ ein Schwerpunktthema der diesjährigen Veranstaltung. Wie viele Expertinnen und Experten sieht auch Frau Dr. Hauth in Online-Interventionen eine Möglichkeit, die Versorgungslücken bei der Behandlung psychischer Erkrankungen in Deutschland zu schließen. Daher wurde E-Mental-Health in diesem Jahr zunehmend oft thematisiert, zuletzt beispielsweise auf dem 23. DGPPN-Hauptstadtsymposium.

Großes Interesse unter Forschenden

In der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist die Wirksamkeit von E-Mental-Health schon seit mehreren Jahren bekannt, und das Interesse wächst stetig. Allein in Deutschland widmen sich zahlreiche Universitäten dem Thema Online-Interventionen. Entsprechend viele Vorträge und Symposien zu diesem Thema fanden während des Kongresses statt. Sie zeigten die Effekte von webbasierten Interventionen bei verschiedenen Störungsbildern, wie zum Beispiel Depression, Posttraumatische Belastungsstörung und Angststörungen.

Kooperationspartner können eigene Online-Interventionen in der Minddistrict Plattform entwickeln.

Minddistrict legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Forschenden und hat hierzu ein Global Research Netzwerk mit über 30 prominenten Universitäten und Universitätskliniken weltweit aufgebaut. Diese Kooperationspartner können eigene Online-Interventionen in unserer E-Mental-Health-Plattform entwickeln. Auch in Deutschland werden auf diese Weise viele neue Interventionen erstellt, beispielsweise durch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die Universität Freiburg, die Technische Universität Dresden und die Universität Leipzig.

Die am Minddistrict-Stand ausliegenden Forschungsergebnisse zur Evaluation einzelner Module fanden das Interesse vieler Kongressteilnehmenden.

E-Mental-Health in der Praxis

Die Behandlungsmöglichkeit mit Hilfe von Online-Interventionen gilt also inzwischen zurecht als echte Alternative zu konventionellen Therapieformen. Viele Behandelnde kamen im Anschluss an die E-Mental-Health-Vorträge an den Minddistrict-Stand, um sich über den Einsatz von Online-Interventionen in der Praxis zu informieren. Wichtig war dabei die Integration der Online-Behandlung in den konventionellen Behandlungsablauf und der modulare Aufbau der Interventionen. Großes Interesse galt auch der Erhaltung der therapeutischen Beziehung durch Feedback-Möglichkeiten.

DGPPN-Kongress

Besonders für niedergelassene Therapeutinnen und Ärzte in Kliniken stellt sich jedoch die wichtige Frage, wie ihre Online-Kontakte zu Patienten mit den Kostenträgern abgerechnet werden können. An dieser Stelle besteht dringender Handlungsbedarf der Selbstverwaltungsverbände. Da die webbasierte Behandlung bereits in die S3-Leitlinie zur Behandlung von Depression aufgenommen wurde, sollte die Erstattungsfähigkeit der Behandlung schnellstmöglich geregelt werden.

Entwicklung eigener Module

Neben vielseitigen Online-Interventionen bietet die Minddistrict-Plattform die Möglichkeit, eigene Interventionen, Fragebögen und Online-Tagebücher zu entwickeln. Auf dem Kongress war dies vor allem für Forschungsteams verschiedener Universitäten attraktiv. Auch Kliniken mit speziellen Patientengruppen, beispielsweise hörgeschädigten Menschen, interessierten sich für das Content Management System. Mit diesem Teil der Plattform können eigene Module gestaltet werden.

Diese Möglichkeit nutzte unter anderem die TU Dresden, um eine Online-Intervention für Frauen mit Essstörungen zu entwickeln. Die Wirksamkeit der Online-Behandlung wird zurzeit in einer Studie untersucht, für die noch Teilnehmerinnen gesucht werden. Die kostenfreie Teilnahme ist deutschlandweit möglich.

Es werden Teilnehmende für wissenschaftliche Studien auf den Gebieten Essstörungen und Tic-Störung gesucht.

Wie ihre Kolleginnen der TU Dresden entwickelte auch Professorin Dr. Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover ein eigenes Online-Modul zur Behandlung von Tic-Störungen. Auf der Minddistrict-Plattform erstellte sie neben einem Behandlungs- auch ein Placebomodul, um die Wirksamkeit des Online-Trainings in einer randomisierten, kontrollierten Studie zu evaluieren. Auch für diese Studie werden noch Teilnehmende gesucht.

Besuch am Minddistrict-Stand des DGPPN-Kongresses

Um die Studie ‚Online Tics‘ dem Fachpublikum vorzustellen, besuchte Frau Dr. Müller-Vahl den DGPPN-Kongress und auch den Minddistrict-Stand. Hier legte sie Flyer aus und berichtete über den Fortgang der Studie.

Auch der Geschäftsführer von Minddistrict, Dr. Mark Willems, kam aus Amsterdam nach Berlin, um mit Kongressteilnehmenden zu sprechen. In den Niederlanden ist E-Mental-Health seit mehreren Jahren in die Regelversorgung integriert. Daher konnte Dr. Willems über seine langjährige Erfahrung bei der Implementierung von Online-Angeboten in das Gesundheitssystem berichten.

DGPPN-Kongress Dr. Justen-Horsten (rechts im Bild)

Eine weitere Expertin am Minddistrict-Stand war Frau Dr. Agnes Justen-Horsten. Die Psychotherapeutin aus Berlin stellte ihr Buch ‚Online-Interventionen in Therapie und Beratung‘ vor. Darin gibt sie einen detaillierten Überblick über den Stand von E-Mental-Health im deutschen Gesundheitssystem. Darüber hinaus beinhaltet das Buch Praxisbeispiele sowie Informationen zu rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen.

E-Mental-Health ist zukunftsweisend

Der diesjährige DGPPN-Kongress war ein großer Erfolg, da die Tür für eine neue Versorgungsform aufgestoßen wurde. Nach Jahren der Zurückhaltung ist das Potential von E-Mental-Health erkannt worden, und erhält entsprechende Aufmerksamkeit.

Mit E-Mental-Health können Versorgungslücken niedrigschwellig und wohnortsnah geschlossen werden.

Neben der Verbesserung der Behandlungsqualität, bietet die Digitalisierung der psychosozialen Versorgung noch weitere Vorteile: Psychotherapeutische Hilfen können niedrigschwellig und wohnortsnah angeboten werden, um flächendeckend Versorgungslücken zu schließen. Die Integration von E-Mental-Health in die Regelversorgung ist außerdem ein Entwicklungsimpuls für das deutsche Gesundheitssystem. Dadurch kann Deutschland auch längerfristig seine Wettbewerbsposition in diesem Bereich sicherstellen.

Mehr erfahren?

Wenn Sie mehr über die Integration von E-Mental-Health in die Regelversorgung erfahren möchten, lesen Sie diesen Blogeintrag.

Nehmen Sie auch gern Kontakt zu uns auf, wenn Sie Fragen zur Minddistrict Plattform oder E-Mental-Health im Allgemeinen haben. Sie erreichen uns hier oder unter 04131 / 78 98 248.

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