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Digitale Grübeltherapie beugt Angst und Depression vor

digital worry

Was versteht man unter Grübelgedanken?

Unter Grübeln oder Grübelgedanken werden in der Regel negative, sich wiederholende (repetitive) Gedanken verstanden, die sich mit eventuellen Ereignissen in der Zukunft beschäftigen.

Überlegungen wie “Was wäre, wenn dieses oder jenes passiert”, verbunden mit der Vorstellung des denkbar negativsten Ausgangs. Oft gehen die Gedankengänge auch auf die Gegenwart und Vergangenheit über.

Im schlimmsten Fall droht ein Teufelskreis negativer Gedankengänge

Sie drehen sich um Bedeutung und Gründe für gegenwärtige Probleme, Gefühle und Symptome, nicht selten mit einer Fokussierung auf in der Vergangenheit liegende Verluste und Schwierigkeiten. Außenstehende könnten dies als ein “Leben in der Vergangenheit” ansehen, da es eine Tendenz des Betroffenen dazu gibt, über Ereignisse zu grübeln, die bereits stattgefunden haben.

Zudem handelt es sich um einen passiven Weg für den Umgang mit Emotionen, der zu keiner aktiven Problemlösung führt.

Grübelgedanken sind der Grund dafür, nachts schlaflos an die Decke zu starren und an den eigenen Taten und Entscheidungen zweifeln zu lassen

Grübelgedanken können in Ängste und Depressionen münden, da negative Gedanken über Probleme in der Vergangenheit zu einer ebenfalls negativen Sichtweise auf die Zukunft führen können, und umgekehrt. Im schlimmsten Fall droht ein Teufelskreis negativer Gedankengänge.

Es sind diese ständigen Überlegungen, die die Psyche beeinträchtigen und nicht weggehen wollen. Sie sind der Grund dafür, nachts schlaflos an die Decke zu starren und an den eigenen Taten und Entscheidungen zweifeln zu lassen: Grübelgedanken.

Der Zusammenhang zwischen Grübeln, Depressionen und Ängsten

Repetitive negative Gedanken bzw. Grübelgedanken wurden als Indikatoren für die Entstehung und Persistenz von Ängsten und Depressionen identifiziert. Diese Erkenntnis hat zu Überlegungen geführt, Ängsten und Depressionen durch eine gezielte präventive Behandlung der Grübelgedanken vorbeugend zu begegnen.

Infolgedessen wurden von den Wissenschaftlern Topper, Emmelkamp, Watkins und Ehring Untersuchungen zur Erforschung der Durchführbarkeit und Wirksamkeit einer präventiven Intervention angestellt, die auf eine Behandlung Erwachsener und junger Erwachsener mit einer Tendenz zu Grübelgedanken abzielt (veröffentlicht in Behaviour Research and Therapy 2017).

Ängsten und Depressionen kann durch präventive Behandlung von Grübelgedanken vorgebeugt werden

Minddistrict hat in Zusammenarbeit mit Professor Ed Watkins an einer Serie innovativer Forschungsprojekte mitgewirkt, die sich mit der Behandlung von Grübelgedanken durch Internetinterventionen befassten. Wir freuen uns über die positiven Ergebnisse dieser ersten randomisierten kontrollierten Studie, die sich explizit auf die Reduzierung negativer Gedanken bei der Erforschung einer präventiven Intervention für Depressionen und Ängste fokussierte.

tweet Edward Watkins

Die Kraft der Prävention: eine vielversprechende Studie

Es wurden zwei Varianten der präventiven Intervention getestet: eine Variante als Gruppentherapie, die andere über die Internet-Plattform. Überdies wurden die Teilnehmer, die eine übliche Behandlung erhielten – bei der es sich typischerweise um keine Intervention handelt – einer Wartelistenkontrollgruppe zugelost.

Es gab im Ergebnis keinen Unterschied zwischen der Gruppentherapie und den Online-Behandlungen

Die Untersuchung folgte der Hypothese, dass beide Varianten der Grübeltherapie die Grübelgedanken ebenso reduzieren würden wie die Symptome von Angst und Depression. Die Interventionen wurden selektiv jüngeren Teilnehmern zwischen 15 und 22 Jahren, mit einem hohen Symptomlevel bei Grübelgedanken, angeboten.

Ergebnis der Studie war, dass beide Interventionsvarianten die Tendenz zu repetitiven negativen Gedanken ebenso reduzierten wie die Symptomniveaus bei Angst und Depression. Zudem klagten jüngere Teilnehmer, die Interventionen erhielten, in den folgenden zwölf Monaten im Vergleich zur Wartelistenkontrollgruppe 2,5-mal seltener über Symptome einer Depression oder generalisierten Angststörung.

Es gab im Ergebnis keinen Unterschied zwischen der Gruppe und den Online-Behandlungen, was darauf hindeutet, dass eine Internet-Prävention dieselbe Wirksamkeit entfalten kann wie eine Face-to-face-Intervention.

Bessere Interventionen auf Basis guter wissenschaftlicher Studien

Die Resultate betonen eindeutig den positiven Effekt der präventiven Interventionen auf negative Gedanken, sowie Depression und Angst. Sie deuten ihren potenziellen Wert für die klinische Praxis an. Prof. Watkins erklärte, dass es seine Motivation sei, bessere Interventionen auf Basis guter wissenschaftlicher Studien zu entwickeln. Seine Forschungsarbeiten helfen, die aktiven Mechanismen der Therapie zu verstehen, um eine bessere psychologische Behandlung gestalten zu können. Minddistrict teilt diese Vision und freut sich auf eine Fortsetzung der Forschungsreise mit Prof. Watkins.

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