Minddistrict

News & Blogs

Blended Care – Eine erfolgreiche Kombination

Blended Care: Das ist die Integration von Online-Interventionen in die reguläre Psychotherapie. Blended Care trägt zum Erhalt des persönlichen Kontakts zwischen Patient und Therapeutin, sowie zu einer aktiveren Einbindung der Patienten in den Therapieprozess bei. Durch ihr gesteigertes Engagement werden ihre Selbstbestimmtheit und Autonomie gefördert, und die Rückfallrate nachweislich gesenkt.

Blended Care: Kombination Online- und Face-to-Face-Behandlung

Die Kombination aus Online-Intervention und Face-to-Face-Kontakten wird auch als Blended Care bezeichnet. Blended Care hat sich bereits in anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, Schweden oder Großbritannien, in der Regelversorgung bewährt. Sie ist erwiesenermaßen wirksam und stellt somit eine wertvolle Ergänzung zu konventionellen Therapieformen dar.

Die Entwicklung von E-Mental-Health

Die Wirksamkeit von onlinebasierten Behandlungen bei häufig auftretenden psychischen Störungen wie Depressionen, Ängsten oder Suchterkrankungen wird seit Ende der 90er-Jahre wissenschaftlich untersucht. Die Effekte rein webbasierter Programme waren mit denen regulärer psychotherapeutischer Behandlungen vergleichbar. Jedoch war die Drop-out-Rate höher und eine Integration von Online-Therapien in die reguläre psychotherapeutische Behandlung gestaltete sich noch schwierig. Beide Aspekte führten zu einem Umdenken.

e-mental-health

Blended Care: Das Beste aus beiden Behandlungsformen

Es entstand eine neue Generation von Online-Behandlungen: Blended Care. Statt rein webbasierter Interventionen wurden die Module so entwickelt, dass eine Art „Toolbox für Therapeuten“ entstand. Es können demnach, je nach Beschwerdebild, Psychoedukation und Übungen ausgewählt und für Patienten ein Persönlicher Weg hin zur Verbessung zusammengestellt werden, der aus einer Kombination aus Face-to-Face Sitzungen und Online-Einheiten besteht.

Blended Care stellt einen wichtigen Fortschritt bei der Modernisierung der psychotherapeutischen Behandlung dar. Neben Online-Interventionen ist auch die Integration von Online-Tools wie sicherer Nachrichten-Verkehr, Online-Tagebücher und Videogespräche ein wichtiger Bestandteil. Diese Tools ermöglichen eine effizientere Arbeitsweise für Therapeuten, sowie eine intensivere und nutzerfreundliche Behandlung für Patientinnen.

Vorteile e-mental-health

Vorteile von E-Mental-Health

Von der Kombination aus persönlichem und Online-Kontakt profitieren Therapeutinnen wie Patienten gleichermaßen.

1. Enge Therapeuten-Patienten-Beziehung

Die Arbeit der Behandelnden kann durch Vermittlung von Psychoedukation im Rahmen webbasierter Therapiesitzungen erleichtert werden. In den Face-to-Face-Sitzungen ist dann eine tiefgründigere Beschäftigung mit den individuellen Anliegen der Patientinnen möglich. So steht die enge Therapeuten-Patienten-Beziehung stets im Mittelpunkt der Behandlung.

2. Therapie individuell zuschneiden

Bei der Konzipierung der Online-Behandlung haben Therapeutinnen maximale Handlungsfreiheit. Sie können die Therapie individuell auf die Beschwerdebilder zuschneiden und somit transdiagnostisch behandeln. Darüber hinaus haben sie vor Gesprächen mit den Patienten die Möglichkeit, von diesen Fragebögen ausfüllen zu lassen, und jederzeit den Verlauf der Behandlung in der Online-Plattform einzusehen.

Gleiches gilt für die Online-Tagebücher; auch hier können die Therapeutinnen jederzeit Einblick in die Eintragungen ihrer Patienten nehmen. So gewinnen sie detaillierte Erkenntnisse über den Alltag ihrer Patienten, da Gefühle und Verhalten in Echtzeit dokumentiert werden können.

Dabei unterliegen sämtliche Daten den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes, der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), sowie des Telekommunikations- und Telemedizingesetzes.

3. Integration in Alltag

Für die Patientinnen bedeutet eine Behandlung unter Einbeziehung neuer Medien eine bessere Integration der Therapiefortschritte in ihren Alltag. So werden sie motiviert, sich aktiv in die Therapie einzubringen und die selbstgesteckten Ziele zu erreichen.

Die Online-Sitzungen beinhalten neben relevanten und interessanten Informationen auch Übungen zur Selbstbeobachtung und Verhaltensänderung. Da die Patientinnen diese Übungen in ihrem persönlichen Umfeld durchführen, wird der Transfer neu erlernter Verhaltensweisen in ihren Alltag erleichtert.

Darüber hinaus kann mit Hilfe der Online-Tagebücher das Befinden und Verhalten der Patienten über einen längeren Zeitraum hinweg protokolliert werden. Zusätzlich können die Patienten neben der Internet-Plattform auch die Smartphone-App nutzen. So können kleinere Handgriffe - wie das Festhalten einer Emotion oder Situation - auch unterwegs vorgenommen werden.

e-mental-health effektiv nutzen

Ressourcen effektiv nutzen

Die psychische Versorgung steht bei einer gleichzeitig immer größer werdenden Anzahl psychisch Erkrankter vor großen Herausforderungen. Psychotherapeuten, Ärztinnen und Kliniken sind dazu gezwungen, Lösungen für eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu suchen, um der stetig wachsende Nachfrage nach ihren Angeboten nachkommen zu können.

E-Mental-Health bietet diesen Einrichtungen eine kosteneffektive Lösung an, indem sie ihnen ermöglicht, Teile einer Therapie online zu gestalten:

  • Die Verfügbarkeit von Therapieplätzen wird auf diese Weise erhöht
  • Wartelisten werden gekürzt und Wartezeiten verringert
  • Der Therapiezugang in psychotherapeutisch unterversorgten Gebieten wird erleichtert
  • Es entstehen neue Möglichkeiten der Nachsorge

Fazit

Die Kombination von Online- und Face-to-Face-Behandlung hat sich bereits in anderen europäischen Ländern bewährt. Auch in Deutschland nutzen immer mehr Kliniken und Krankenhäuser E-Mental-Health und Blended Care. Die persönlichen Therapiegespräche werden dabei durch die flexible Zugänglichkeit der Online-Behandlung ergänzt, und die Handlungsspielräume der Therapeutinnen vergrößert.

Die Patienten erfahren eine aktivere Einbindung in die Behandlung, welche durch Online-Elemente bereichert wird. Die Therapeutinnen werden von Routineaufgaben entlastet und haben mehr Freiräume, sich ihren Patienten in Face-to-Face-Sitzungen eingehender zu widmen. Durch ihre evidenzbasierte Entwicklung ist die Qualität der Online-Therapien gewährleistet.

Möchten Sie mehr über Blended Care erfahren?

Dann lesen Sie auch diesen Artikel über Blended Care-Studien oder kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen!

Um über aktuelle Forschungsergebnisse, Best Practices und anstehende E-Mental-Health-Events informiert zu werden, abonnieren Sie unseren Newsletter oder folgen Sie uns auf Twitter.

Um unsere Webseite noch ansprechender und nutzerfreundlicher zu gestalten, verwenden wir Cookies. Wenn Sie unsere Webseite nutzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind.