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“Wenn Du etwas in Deinem Leben verändern willst, musst Du daran arbeiten”

  • Jubiläumsinterview: Mit Online-Trainings an ihre eigene Entwicklung arbeiten

Jubiläumsinterview: Mit Online-Trainings an ihre eigene Entwicklung arbeiten

Vor zehn Jahren hat das niederländische Psychologie Magazine damit begonnen, Online-Trainings anzubieten. Inzwischen gibt es mehr als 44.000 Teilnehmer und die Psychologie Academy hat sich zu einer etablierten Plattform für persönliches Wachstum entwickelt, berichtet Chefredakteur Sterre van Leer. In den vergangenen beiden Jahren arbeitete das Psychologie Magazine bei den Online-Trainings mit Minddistrict zusammen.

Sterre van Leer Sterre van leer, Chefredakteur Psychologie Magazine

“Das Psychologie Magazine war ein Pionier auf dem Gebiet der Online-Trainings”, sagt van Leer. “Zehn Jahre zuvor klaffte eine enorme Lücke zwischen dem Selbsthilfebuch oder unserem eigenen Magazin auf der einen, und dem Schritt in eine vollwertige Therapie auf der anderen Seite - wo doch eine Hemmschwelle besteht. Und genau da sahen wir eine Chance. Mithilfe eines Online-Trainings konnten wir unseren Leserinnen und Lesern auf eine niederschwellige und positiv unterstützende Weise einen Schritt weiterhelfen.

Das knüpfte auch hervorragend an unsere Markenmission an”, so van Leer. Das Psychologie Magazine macht einem breiten Publikum auf verständliche Weise Erkenntnisse aus der Psychologie zugänglich. Wissenschaftliche Inhalte werden in eine konkrete und anwendbare Form gebracht, mit der die Leser aktiv arbeiten können.

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Das erste Online-Training

“Wir sind mit ein paar Themen gestartet, von denen wir wussten, dass sie bei den Lesern ankamen; und von denen wir dachten, dass das Psychologie Magazine hierzu wirklich noch etwas Bedeutendes beitragen kann. Themen, die sich für eine Selbsthilfe eigneten und nicht zu schwer oder kompliziert waren, um sich ihnen in dieser Form zu nähern.” Zu jedem Thema wurde ein Psychologe mit entsprechendem Fachwissen auf dem jeweiligen Gebiet hinzugezogen, um gemeinsam die Inhalte festzulegen. Das erste Online-Training ging 2008 an den Start: “Selbstvertrauen stärken”, entwickelt in Zusammenarbeit mit Diplom-Psychologe Fred Sterk. Es folgten u.a. “Denken Sie sich schlank” (Abnehmen mit psychologischen Techniken), “Entdecken Sie Ihr Talent”, “Loslassen” (basierend auf der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)) sowie “Achtsamkeit”. Die Teilnehmer wurden mithilfe von Selbsttests, schriftlichen Aufgaben, Videos und Tagebuchaufzeichnungen aktiviert und dazu motiviert, innerhalb weniger Wochen an ihren Lernzielen zu arbeiten.

Für jedes Training arbeitet Psychologie Magazine mit einem Psychologe mit entsprechendem Fachwissen zusammen

“Denken Sie sich schlank” ist seit der Anfangsphase eines der am besten laufenden Trainings. “Man lernt in ein paar Wochen anstelle einer Diät durch Verhaltensänderungen Gewicht zu verlieren”, erklärt Sterre van Leer. “Das hat einen nachweisbar nachhaltigen Effekt. Man hat keinen Gewinn dadurch, dass man überhaupt keine Chips mehr isst; aber durch das Erkennen seiner Essmuster und Fallstricke – z.B. das gedankenverlorene Essen von Chips auf der Couch. So kann man sich selbst geeignete Strategien aneignen.” Laut van Leer kämpfen Millionen Frauen in den Niederlanden mit dem Abnehmen, legen dann wieder zu und suchen sich eine neue Diät. “Dafür haben wir geeignetere Lösungen, dachten wir. Das zeigen auch die Reaktionen von Teilnehmern. “Ich habe endlich diese Hassliebe zum Essen hinter mir lassen können”, berichtete eine Teilnehmerin. “Ich erkenne jetzt ein Muster und das bringt mich wirklich weiter.” Oder: “Ich gebe eine glatte Eins, weil ich mein Ziel, einige Kilos zu verlieren, erreicht habe, und ich dauerhaft andere Essgewohnheiten entwickelt habe.”

Mobilfreundlich

Die technische Plattform, auf der die Trainings absolviert werden konnten, hat das Psychologie Magazine selbst konzipieren lassen. Aber nach ein paar Jahren und einer kritischen Überprüfung, wurde es Zeit für ein Update. “Gerade ein Tablet oder Smartphone eignet sich bestens, um möglichst einfach an seinen Lernzielen arbeiten zu können. Unsere eignene Plattform war nicht unbedingt mobilfreundlich. Wir überlegten, ob wir die Plattform selbst überarbeiten oder einen Partner suchen sollten, der eine bessere Alternative bietet.”

Verlässlichkeit ist einer unserer wichtigsten Kernwerte. Unsere Nutzer erwarten, dass wir mit persönlichen Daten sorgsam umgehen.

“Die Wahl fiel sehr zeitnah auf eine Zusammenarbeit mit Minddistrict. Aufgrund der technischen Möglichkeiten sowie der Extras, die die Plattform bietet, wie z.B. der Tagebuchfunktion, durch die die Teilnehmer ihre Erlebnisse und Erfahrungen dokumentieren können”, so der Chefredakteur. Aber das ist nicht alles. “Verlässlichkeit ist einer unserer wichtigsten Kernwerte. Unsere Nutzer erwarten, dass wir sie gut betreuen, eine hohe Qualität bieten und mit persönlichen Daten sorgsam umgehen. Die Daten, die sie hinterlassen, geben immerhin Auskunft über persönliche Fallstricke, Zweifel oder darüber, wieviel die- oder derjenige an Gewicht verlieren möchte. Diese Informationen werden geteilt und das muss sicher vonstattengehen.” Die Dienstleistungen von Minddistrict spielten daher eine bedeutende Rolle. “Minddistrict ist durch seine Arbeit in der psychotherapeutischen Versorgung erfahren im Umgang mit noch deutlich strengeren Protokollen und noch sensibleren persönlichen Daten. Das passt einfach.”

Hochsensibilität als Stärke

Von den dreizehn Trainings in der Academy ist “Hochsensibilität als Stärke” zur Zeit das gefragteste, erklärt van Leer. “Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Gehirn jedes Fünften Reize anders verarbeitet. Diejenigen sind sensibler und nehmen Reize tiefgehender wahr.” Dadurch können hochsensible Personen nicht mehrere Reize zur gleichen Zeit vertragen und sind eher ermüdet, oder fühlen sich überfordert. Sie sind aber auch empfänglicher für Signale, sind sensibler in Bezug auf Gefühle anderer Menschen und können wahre Musik- und Kunstgenießer sein.”

“Hochsensibilität kann daher Handicap und Stärke zugleich sein”, sagt van Leer. “Darauf zielt das Training, das im Oktober 2017 gestartet ist, auch ab. Man verschafft sich schrittweise einen Überblick darüber, welche Situationen man als belastend empfindet. Wie man dafür sorgt, dass man Energie übrig hat und Reserven aufbaut für die Momente, in denen man sie benötigt. Und man lernt die Sensibilität auch als besondere Eigenschaft wertzuschätzen.” “Die Tatsache, hochsensibel zu sein, ist nicht veränderbar. Diese Persönlichkeitsstruktur hat man ein Leben lang.”, erläutert van Leer. “Man kann die Nase voll davon haben, dass andere ständig Parties feiern können, während man selbst nach einem Mal danach das ganze Wochenende auf dem Zahnfleisch geht. Aber das ändert nichts daran. Daher ist es sinnvoller, für sich selbst herauszufinden: Was empfinde ich als angenehm und was nicht? Wie richte ich mein Leben so ein, dass es dazu passt, wie ich bin?”

Wir haben dem Thema Hochsensibilität wirklich große Aufmerksamkeit verschaffen können.

Auf allen Kommunikationskanälen

Die Redaktion beschloss, das Training großzügig zu lancieren. “Wir legten einer Reihe namhafter niederländischer Persönlichkeiten, von denen wir vermuteten, dass sie hochsensibel sein könnten, den wissenschaftlichen Hochsensibilitätstest vor. Diejenigen, die hohe Werte erreichten, baten wir um ein anschließendes Interview: Karin Bloemen zum Beispiel, Illusionist Victor Mids und Schaupielerin Liesbeth Kamerling. Wir führten Interviews und machten Videos und Porträtfotos von ihnen, die wir auf allen unseren Kommunikationskanälen verbreiten durften – aber auch Zitate, in denen sich HSP (Hochsensible Persönlichkeiten) wiedererkennen konnten, und die sehr häufig in den sozialen Medien geteilt wurden. Das ging viral: Ein Zitat wurde mehr als 700.000-mal geteilt.”

Die Kampagne wurde ein Erfolg. “Wir haben dem Thema Hochsensibilität wirklich große Aufmerksamkeit verschaffen können. Das hat zu einer enormen Zunahme an Likes und Followern geführt. Innerhalb von drei Wochen haben wir eine Rekordzahl erreicht.”

Prävention und persöhnliche Entwicklung Psychologie Magazine hilft Menschen an ihrer eigenen Entwicklung zu arbeiten

Luxusprobleme

Sterre van Leer sieht es sehr positiv, dass Menschen zunehmend an ihrer eigenen Entwicklung arbeiten möchten. “Dieser Trend hat bereits vor einiger Zeit eingesetzt und hat seinen Höhepunkt noch lange nicht erreicht. Wir leben in einer Welt, die immer mehr von uns verlangt und immer komplexer wird, dafür aber auch größere Chancen bietet. Die meisten von uns müssen sich keine Sorgen machen, ob wir heute Abend etwas zu essen oder ein Dach über dem Kopf haben. Das ist ein Luxus. Aber dieser Luxus fordert auch Entscheidungen von uns: Was willst Du aus Deinem Leben machen? Wie sorgst Du dafür, dass Du in einer Welt, die Dich mit Reizen überflutet, bei Dir selbst bleibst? Wie triffst Du bei einer Vielzahl an Wahlmöglichkeiten die richtige Entscheidung? Vor diesen Fragen bleiben wir nicht verschont, aber die Möglichkeiten, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, wachsen”, so van Leer.

"Die Möglichkeiten, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, wachsen."

“Im digitalen Zeitalter kann man sich mit Themen, die einem wichtig sind, unmittelbar auseinandersetzen – mithilfe von Apps oder E-Health-Lösungen wie den Online-Trainings. Dass man sich ein seinem ganz eigenen Tempo damit beschäftigen kann, an jedem beliebigen Ort, und zu dem Zeitpunkt, an dem man Zeit dafür oder Bedarf daran hat, macht E-Health zu einem Dauerbrenner.” Zudem ist die Interaktivität ein großer Vorteil: “Die Teilnehmer sind keine passiven Informationsempfänger, sondern arbeiten aktiv mit. Das ist der einzige Weg, damit Einsichten von Dauer sind. Wenn Du in Deinem Leben etwas verändern willst, musst Du daran arbeiten.”

Größere Vielfalt

Das Psychologie Magazine möchte seine Psychologie Academy weiter ausbauen. “Wir möchten mit unserem Angebot noch deutlich mehr Menschen erreichen, denn wir sind von dieser niederschwelligen Form der Selbsthilfe und Selbstentwicklung wirklich überzeugt. Aber auch die Vielfalt des Angebots soll erweitert werden: Anhand von lehrreichen Videos und mit unseren Online-Masterklassen, die es Teilnehmern ermöglichen, Experten ihre persönlichen Fragen vorzulegen – das läuft sehr gut. Events und Real Life-Masterklassen sollten da auch gut zu passen; durch sie könnten Inhalte stärker verstieft werden.”

44.000 Menschen haben bereits ein Training bei Psychologie Magazine absolviert

700.000 Menschen teilten Informationen über Hochsensibilität in den sozialen Medien

Neben einer stärkeren Vertiefung kann Chefredakteur van Leer auch kurzen “Zwei-Minuten-Trainings” etwas abgewinnen: “Wissenswertes und nützliche Tipps und Tricks für den Alltag, die man anwenden kann, wenn man auf den Bus oder die Bahn wartet. Eine wissenschaftlich untermauerte Atemübung zur besseren Fokussierung oder Entspannung zum Beispiel. Oder Tipps für ein unangenehmes Gespräch mit dem Chef, das man bald führen muss. Ideen gibt es für die kommenden zehn Jahre genug.”


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