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5 Gründe, in 2017 mit E-Mental-Health anzufangen

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Das Thema E-Mental-Health hat im vergangenen Jahr zunehmende Aufmerksamkeit erhalten, da es Lösungsansätze für schwerwiegende Versorgungslücken im deutschen Gesundheitssystem bietet. Es gibt daher gute Gründe für Behandelnde und Gesundheitsinstitutionen, das Thema E-Mental-Health für 2017 auf die Agenda zu setzen:

1. Bessere Behandlungsqualität
2. Mehr Menschen erreichen
3. Behandlungszeit und -kosten senken
4. Solide Evidenzbasis
5. Wettbewerbsfähigkeit stärken


1. Bessere Behandlungsqualität

Die traditionelle Vorstellung, eine heilsame therapeutische Beziehung könne nur aufgebaut werden, wenn Therapeutin und Patient im selben Raum seien, ist nach neueren Forschungserkenntnissen nicht mehr haltbar. Online-Interventionen, welche psychologisch begleitet werden, sind in ihrer Wirksamkeit mit Face-to-Face-Therapien vergleichbar. Die Qualität der therapeutischen Beziehung wird als gleichwertig beurteilt.

Der sogenannte Blended Care-Ansatz erhöht die Therapietreue und ermöglicht in den Face-to-Face-Sitzungen ein vertieftes Bearbeiten der Inhalte

Hinzu kommt, dass Online-Interventionen die Patienten aktiver in die Therapie einbeziehen. Durch das selbstständige Bearbeiten von Online-Sitzungen, -Fragebögen und -Tagebüchern können die Behandelten in ihrem Alltag und in ihrem eigenen Tempo selbstständig Therapieinhalte erarbeiten und neue Verhaltensweisen festigen. Die so gestärkte Selbstwirksamkeitserwartung erhöht die Zufriedenheit mit der Behandlung und senkt das Rückfallrisiko.

Gleichzeitig steht es den Therapeuten frei, Online- und Face-to-Face-Sitzungen je nach Bedarf miteinander abzuwechseln. Dieser sogenannte Blended Care-Ansatz erhöht die Therapietreue und ermöglicht in den Face-to-Face-Sitzungen ein vertieftes Bearbeiten der zuvor online vermittelten Inhalte.

2. Mehr Menschen erreichen

Eines der dringendsten Probleme unserer derzeitigen Versorgungssituation ist die anhaltend lange Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz, die je nach Region 3-6 Monate betragen kann. Mittels Online-Modulen können Behandelnde ihren Patientinnen direkt nach der Anmeldung ein Therapieangebot unterbreiten, das diese optimal auf die bevorstehende Behandlung vorbereitet und so die Wartezeit sinnvoll überbrückt.

Online Tics: Das Online-Modul zur Behandlung von Tic-Störungen und Tourette-Syndrom der Medizinischen Hochschule Hannover

Durch den Einsatz webbasierter Therapieangebote erhöht sich außerdem die Reichweite psychologischer Versorgung erheblich. Dies ist besonders in dünnbesiedelten Regionen von Vorteil, wo Menschen mit psychischen Erkrankungen oft lange Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen.

Auch bei der Behandlung seltener Erkrankungen, für die es nur wenig qualifizierte Psychotherapeuten gibt, können webbasierte Interventionen erkrankten Menschen Zugang zu angemessenen Therapien ermöglichen. Zu diesem Zweck hat beispielsweise die Medizinische Hochschule Hannover ein Online-Modul zur Behandlung von Tic-Störungen und Tourette-Syndrom entwickelt.

Gleichermaßen bedeutsam für die Wahl onlinebasierter Therapieangebote ist das Stigma, das häufig noch mit psychischen Erkrankungen einhergeht. Wer nicht beim Besuch einer psychiatrischen Klinik oder Praxis gesehen werden möchte oder befürchtet, der Arbeitgeber könnte durch wiederholte Termine hellhörig werden, kann durch Online-Interventionen fachgerechte Unterstützung in den eigenen vier Wänden erhalten.

Da die Minddistrict-Plattform zusätzlich zu vielen Online-Modulen ein gesichertes Videotool enthält, können Behandlungen auch mittels Videogesprächen durchgeführt werden. Diese Funktion wird beispielsweise gern von Therapeutinnen genutzt, die Patientinnen im Ausland behandeln.

3. Behandlungszeit und -kosten senken

Neben den vielen Vorteilen für die Patienten bietet E-Mental-Health für Behandelnde und Gesundheitsinstitutionen die Möglichkeit, ihre Prozesse effizienter zu gestalten und so Kosten zu senken. Im virtuellen Therapieraum der Minddistrict-Plattform können einzelnen Patienten individuell zugeschnittene Module, Fragebögen, Pläne und Tagebücher zugeteilt werden.

Dies schafft Übersichtlichkeit, spart Zeit und Druckkosten, die üblicherweise bei der Ausgabe von Fragebögen auf Papier entstehen. Alle Antworten in Fragebögen und Eingaben in den Online-Modulen bleiben in der virtuellen Patientenakte gespeichert, wodurch Zeit für Dokumentationsarbeiten eingespart werden kann. Gleichzeitig sind alle wichtigen Angaben übersichtlich angeordnet und jederzeit schnell einsehbar.

Das gesteigerte Engagement der Patientinnen verkürzt die Behandlungsdauer und senkt die Rückfallrate

Sich regelmäßig wiederholende Therapieschritte, wie Psychoedukation, Verlaufskontrollen und Entspannungsübungen können von Patienten selbstständig in deren individuellem Tempo durchgeführt und beliebig oft wiederholt werden. So werden Kapazitäten freigesetzt. Entscheidende Inhalte können in Face-to-Face-Sitzungen vertieft werden, wodurch die persönliche Gesprächszeit weitaus intensiver genutzt werden kann.

Durch das gesteigerte Engagement der Patienten ist bei der Nutzung von Online-Interventionen mit einer kürzeren Behandlungsdauer zu rechnen. Alle nützlichen Übungen können den Patienten auch nach der Therapie weiter zur Verfügung stehen, wodurch die Rückfallprävention unterstützt wird.

4. Solide Evidenzbasis

Sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Forschungsgemeinschaft gilt die Wirksamkeit von Online-Interventionen als gesichert. Über 100 Studien wurden weltweit bereits zu diesem Thema durchgeführt. Auch an deutschen Universitäten wird aktiv im Bereich E-Mental-Health geforscht.

„Webbasierte Interventionen sind wirksam für verschiedene Störungsbilder und zeigen langfristig stabile und substanzielle Effekte“, fasst Dr. David Daniel Ebert die Ergebnisse zusammen. Dr. Ebert ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg und Präsident elect der International Society for Research on Internet Interventions (ISRII).

Die Wirksamkeit von Online-Interventionen gilt bei verschiedenen Störungsbildern als erwiesen:
- Depression
- Ängste
- Alkoholprobleme
- Schlafstörungen
- Stress
- Essstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung


Neben der ISRII widmet sich auch die European Society for Research on Internet Interventions (ESRII) der Evaluation internetbasierter Therapieangebote. Relevante Forschungsergebnisse werden in den Fachzeitschriften Journal of Medical Internet Research (JMIR) und Internet Interventions publiziert.

Das Minddistrict Global Research Network dient dem Austausch und der Zusammenarbeit von Forschungsgruppen weltweit

Um bei der Entwicklung von Online-Interventionen die Qualität zu gewährleisten, setzt Minddistrict bei der Entwicklung unserer Online-Module auf die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus der psychologischen Forschung und klinischen Praxis. So entstand das Minddistrict Global Research Network zum Austausch von Fachkenntnissen und zur gemeinsamen Entwicklung von Online-Modulen.

Mehr wissen über das Global Research Network? Nehmen Sie dann Kontakt mit uns auf.

5. Wettbewerbsfähigkeit stärken

Die psychiatrische Versorgung in Deutschland steht kurz vor einem Paradigmenwechsel. Nachdem Forschungsgruppen aus dem In- und Ausland über Jahre überzeugende Ergebnisse zu E-Mental-Health vorgelegt haben, interessieren sich zunehmend Fachgesellschaften, Krankenkassen und Kliniken für diese innovative Behandlungsform.

Während die Selbstverwaltungsorgane an der Integration von E-Mental-Health in die Regelversorgung arbeiten, werden sie von der Versorgungsrealität überholt.

Der DGPPN-Kongress 2016 beinhaltete vielfältige Vorträge und Symposien über Online-Interventionen. Auch die Bundespsychotherapeutenkammer sprach sich kürzlich für eine Positionierung der Profession gegenüber medial-gestützten Therapieangeboten und einheitliche Qualitätsstandards aus. Während die Selbstverwaltungsorgane des deutschen Gesundheitssystems an der Integration von E-Mental-Health in die Regelversorgung arbeiten, werden sie von der Versorgungsrealität überholt.

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern bereits Online-Programme zur kostenfreien Nutzung an, darunter die Barmer GEK, BIG direkt gesund und die Central Krankenversicherung.

Das Angebot webbasierter Therapieformen wird in 2017 zu einem Qualitätsmerkmal von Gesundheitsinstitutionen werden

Auch große Kliniken, wie Asklepios, die Schön-Klinik und die Alexianer Klinik setzen bereits Online-Interventionen zur Behandlung psychischer Erkrankungen ein.

Das Angebot webbasierter Therapieformen wird in 2017 mehr und mehr zu einem Qualitätsmerkmal von Gesundheitsinstitutionen werden, mit dem sie ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können.

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